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Kritik an dienstlicher Beurteilung von Lehrkräften

München, 21. Februar 2020: Thomas Gehring, Sprecher für Lehrkräfte im Bayerischen Landtag, übt Kritik an der regelmäßigen Benachteiligung von Frauen und Teilzeitkräften bei der dienstlicher Beurteilung von Lehrkräften.

Thomas Gehring: "Die Vorstellung, dass Frauen schlechtere Lehrkräfte sind als ihre männlichen Kollegen ist absurd und falsch. Guter Unterricht hat nichts mit dem Geschlecht zu tun! Genau zu diesem Ergebnis kommt aber eine Auswertung der Ergebnisse der dienstlichen Beurteilungen. Ebenso wie Frauen schneiden Teilzeitlehrkräfte und junge Lehrerinnen und Lehrer schlechter ab. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass jüngere Kolleginnen und Kollegen, die hochmotiviert mit innovativen Ideen von der Hochschule kommen, im Durchschnitt immer schlechter bewertet werden als älteren Kolleginnen und Kollegen.

Das System der regelmäßigen dienstlichen Beurteilungen bewertet die Leistung im Unterricht nicht richtig und hilft auch nicht, den Unterricht als ‚Kerngeschäft‘ der Schulen zu verbessern. Da die Ergebnisse der dienstlichen Beurteilungen aber die Karrierechancen in allen Schularten, etwa die Besetzung von Schulleitungen, bestimmt, besteht im System eine eindeutige Diskriminierung von Frauen und Teilzeitkräften. Für diese systematische Diskriminierung spricht, dass die Ergebnisse seit Jahren konstant sind. Die dienstliche Beurteilung findet im dreijährigen Turnus statt. Wir fragen die Ergebnisse ebenso regelmäßig ab und sie sind immer gleich stabil benachteiligend. An Realschulen ist die Differenz in der Beurteilung zwischen männlich und weiblich sogar etwas größer geworden, an Gymnasien der Unterschied zwischen Vollzeit und Teilzeit.

Ich fordere deshalb, das System der dienstlichen Beurteilung in dieser Form auf den Prüfstand zu stellen und abzuschaffen. Hier braucht es ein regelmäßiges und professionelles Feedback für Unterrichtende und eine Anlassbeurteilung bei Bewerbungen auf Führungsämter.“