Thomas Gehring auf Twitter       Thomas Gehring auf Facebook

Titel_Thomas_vor_Berge Titel_Thomas_vor_Landtag

Schulpolitischer Austausch: Grüne zu Gast im SFZ Tölz

Bad Tölz, 05. September 2019, Pressemitteilung: Landtagsvizepräsident Thomas Gehring und MdL Hans Urban besuchten das Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) in Bad Tölz.

Zum Informationsaustausch mit dem Schulleitungsteam um Klaus Koch und die beiden Konrektoren Bernd Daiberl und Kilian Spindler kamen am Donnerstag, 5. September, die beiden Grünen-MdLs Thomas Gehring und Hans Urban ans SFZ nach Bad Tölz. Mitgebracht hatten sie ganz konkrete Fragen hinsichtlich Ganztagesschule, Digitalisierung und Schulbegleitung.
Koch empfing die beiden MdLs noch während der vom Landkreis getragenen umfassenden Sanierung des SFZ, und meinte: „Wir freuen uns schon darauf, dass wir unsere Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien in sanierten Klassenzimmern mit neuen Fenstern und Lüftungsanlage begrüßen dürfen.“ Bald nach Schulstart sollen dann auch die Aula und eine neue Schulküche eingeweiht werden.
Besonders intensiv tauschten sich die Schulleiter mit den Abgeordneten zum Thema Digitalisierung aus. Eine zeitgemäße digitale Ausstattung sei eine Notwendigkeit. „Hier gibt es weiterhin erheblichen Bedarf“, so Koch. Dringend bedürfe es eines „digitalen Hausmeisters“ an allen Schulen. Der Grund: „Oft sind es die kleinen Probleme, die den Einsatz digitaler Medien verhindern. Mal geht der Beamer nicht, mal die Netzwerkverbindung. Die Wartung und Pflege der anwachsenden digitalen Ausstattung der Schulen muss durch eine externe Kraft übernommen werden.“ Die Schulen würden sich hier mehr Unterstützung wünschen. Mit den begrüßenswerten Digitalisierungsmitteln von Freistaat und Bund würden zwar viele Geräte beschafft, diese jedoch bräuchten Wartung, Pflege und Konzepte für die Ersatzbeschaffung.

Gehring und Urban verwiesen auf einen Antrag der Grünen-Landtagsfraktion und erklärten, dass sie diese Sorgen von vielen Schulen hören würden. Gehring: „Digitalisierung und Professionalisierung der Systembetreuung heißt nicht, dass die Informatik-Lehrkräfte ihre Freizeit opfern müssen oder Anschaffungen ungenutzt herumstehen. Ein vom Freistaat bezahlter IT-Hausmeister muss hier Abhilfe schaffen und gute digitale Bildung gewährleisten, während sich die Lehrkräfte auf den Unterricht konzentrieren können.“

Besonders zeitraubend sei am SFZ auch die Abrechnung des Mittagessens, so die Schulleitung. Schülerinnen und Schüler müssen im Rahmen der gebundenen Ganztagsschule ihr Mittagessen selbst bezahlen, erklärte Koch, nur diejenigen, die aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse einen Bildungsgutschein haben, bekommen das Essen kostenlos. „Oft laufen diese Bildungsgutscheine während des Schuljahres aus oder die Eltern sind knapp über der Bemessungsgrenze“, so Koch, und weiter: „Für uns wäre es eine Riesenerleichterung, wenn wir nicht mehr dem Essensgeld hinterherrennen müssten. Das ist sehr zeitaufwändig und oft unerfreulich.“ MdL Hans Urban sah den Freistaat beim Thema Schulessen noch ganz anderweitig in der Pflicht: „Im Rahmen des Artenschutzgesetzes ist ganz klar festgelegt, wo Bayern bis 2030 hinwill, nämlich zu 30 Prozent Ökolandbau. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, muss der auch Freistaat für nachhaltig und regional erzeugtes Essen in den Schulkantinen sorgen. Hier kann von heute auf morgen die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln gesteigert werden. Und zusätzlich käme diese Maßnahme der Gesundheit der bayerischen Schülerinnen und Schüler zu Gute.“

Daneben interessierten sich die Abgeordneten für die Schulbegleitung am SFZ. Immer mehr Kinder brauchen individuelle Begleitung, um den Ansprüchen der Inklusion, aber auch dem Schulbesuch an sich, gerecht zu werden. Koch: „Die Inklusion schreitet voran. Wir betreuen hier mehr als 130 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an den Regelschulen. Darunter sind auch einige Kinder mit Schulbegleitung. In diesen Fällen wäre es oft denkbar, dass mehrere Kinder von einem Pool von Schulbegleiterinnen und Schulbegleitern unterstützt werden. Diese könnten dann flexibler, aber auch langfristiger an der Schule eingesetzt werden. Und wir hätten die Möglichkeit, Kosten zu sparen, ohne Qualität zu verlieren.“
Auch diesem Thema würden sich die Grünen im Landtag annehmen, versicherten Gehring und Urban, zuletzt seit dies unter anderem mit einer Anfrage zur Situation der Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter in Bayern geschehen.